Jugend und Parlament
Vom 5. - 8. Juni 2010 nahmen 312 Jugendliche auf Einladung eines Bundestagsabgeordneten - hier herzlichen Dank an Frau Winterstein - an dem Planspiel Jugend und Parlament teil. Aufgrund meines Nachnamens (Voigt) landete ich in dem fiktiven Pendant zur Linken, der PSG (Partei der sozialen Gerechtigkeit). Nach anfänglichem Schock erwies sich die mir zugeteilte Rolle (35 Jahre alt, sozialistisch, Asienwissenschaftler) allerdings als herausfordernd und auch reizvoll. Genau dies ist auch das Prinzip von Jugend und Parlament: eine andere Einstellung kennenzulernen und diese zu vertreten, auch wenn man völlig anderer Meinung ist!Jugend und Parlament hat mir sehr anschaulich vermittelt wie anstrengend und doch erfüllend der Alltag eines Abgeordneten sein kann. Zunächst begann unser Einstieg mit der Fraktionssitzung, in welcher wir uns miteinander bekannt machten, einen Vorstand wählten und uns schließlich in Arbeitskreisen mit den vorgegebenen Themen in Form von Gesetzentwürfen und Anträgen beschäftigten. Dies waren Alkoholverbot für unter 18 Jährige, mehr direkte Demokratie, 20 Jahre Wiedervereinigung und die Zukunft der Rente. Da ich dem Ausschuss für Soziales, der federführend den Antrag zur Zukunft der Rente behandelte, angehörte, setzte ich mich intensiv mit dem Thema Rente, dem demographischem Wandel und diverser Maßnahmen der Altersvorsorge auseinander. Dies erwies sich als sehr interessant und durchaus lehrreich.
Nach Festlegung der Fraktionsstrategie in den Ausschüssen - die übrigens vom Planspiel her schon vorgegeben war - versuchten wir, diese auch größtmöglich umzusetzen. Als relativ kleine Fraktion waren unsere Versuche von vornherein zum Scheitern verurteilt, obwohl die Mitglieder unserer Fraktion anderen Fraktionen zum Teil rhetorisch haushoch überlegen waren. Mehrheitsbeschlüssen muss man sich nun einmal richten - dies macht Demokratie aus.
Die Ergebnisse der Ausschüsse wurden anschließend in den Fraktionen behandelt und Redner für die Plenardebatte wurden bestimmt. Mit ein wenig Durchsetzungsvermögen wurde ich als einer der 8 Redner meiner Fraktion bestimmt insgesamt stellten alle Fraktionen zusammen 36 Redner.
Meine Rede beinhaltete die Position der PSG zur "Zukunft der Rente" und kann unter folgendem Link an 02:37:45 angesehen werden:
Jugend und Parlament
[Außerdem gibt es noch etliche weitere Berichte im Textarchiv im Zeitraum 4.-8. Juni über Jugend und Parlament sowie eine komplette Reportage im Web-Archiv des Bundestages.]
Trotz kleiner Nervosität kurz vor der Rede konnte ich sie doch absolvieren - und fühlte mich sehr wohl am Rednerpult!
Nach der Plenardebatte sagte Bundestagsvizepräsident Hermann Otto Solms zu mir: "Klasse Rede, aber leider auf der falschen Seite." Nun, auch ich wäre lieber in dem Pendant zur FDP gelandet. Jedoch war es meiner Meinung nach eine Erfahrung für sich, auch einmal eine andere Meinung glaubhaft vertreten zu müssen. Zwei Tage später kommentierte Herr Solms mein Facebook-Profilbild, welches Sie oben sehen können, mit "Da sieht man gleich das Potential." Für mich ein großes Lob, auf das ich sehr stolz bin!
Ich würde jederzeit wieder eine Rede im Bundestag halten. Es ist ein tolles Gefühl.
Jugend und Parlament war eine großartige Erfahrung - vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen,
Hendrik Voigt




